Wenn jemand deinen Betrieb googelt, entscheidet meist nicht deine Website über den ersten Eindruck, sondern der Kasten rechts daneben: das Google-Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) mit Karte, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen. Es ist kostenlos, in einer Stunde eingerichtet – und trotzdem bei vielen Betrieben verwaist. Hier ist der Weg zum gepflegten Profil, Schritt für Schritt.
Schritt 1: Profil finden oder anlegen
Google legt für viele Betriebe automatisch Einträge an. Suche zuerst nach deinem Betriebsnamen plus Ort: Existiert ein Eintrag, klickst du auf „Inhaber dieses Unternehmens?“ und beanspruchst ihn. Existiert keiner, legst du unter google.com/business einen neuen an. Die Bestätigung läuft je nach Betrieb per Postkarte an die Geschäftsadresse, per Telefon oder Video – plane dafür ein paar Tage ein.
Schritt 2: Die Kategorie – wichtiger als jeder Text
Die Hauptkategorie ist das stärkste Signal für Google, wann dein Profil erscheinen soll. Wähle die präziseste, die es gibt: „Malerbetrieb“ statt „Handwerker“, „Friseursalon“ statt „Schönheitssalon“, wenn das dein Kerngeschäft ist. Zusatzkategorien ergänzen Nebenleistungen. Ein häufiger Fehler ist die zu allgemeine Kategorie – sie verwässert, wofür Google dich anzeigen soll.
Schritt 3: Stammdaten komplett und identisch
- Name – exakt der echte Betriebsname. Keywords hineinzuschummeln („Malerbetrieb Schmidt – bester Maler Dortmund günstig“) verstößt gegen die Richtlinien und riskiert die Sperrung.
- Adresse und Einzugsgebiet – Ladengeschäfte zeigen die Adresse; wer nur beim Kunden arbeitet, kann die Adresse verbergen und ein Einzugsgebiet angeben.
- Öffnungszeiten – inklusive Feiertagsregelungen. Nichts frustriert mehr als „geöffnet“ laut Google und verschlossene Tür vor Ort.
- Telefon und Website – dieselbe Nummer und Schreibweise wie auf deiner Website (Stichwort NAP-Konsistenz).
Schritt 4: Fotos, die den Betrieb zeigen
Profile mit eigenen Fotos bekommen deutlich mehr Anfragen als solche mit grauem Platzhalter. Es braucht kein Fotostudio: Außenansicht (damit man dich findet), Innenraum, Team bei der Arbeit, fertige Ergebnisse. Lade sie selbst hoch, bevor die Streetview-Aufnahme von 2019 dein Aushängeschild bleibt – und ergänze alle paar Monate ein paar neue.
Schritt 5: Bewertungen als Dauerroutine
Bewertungen entscheiden über Klick oder Weiterscrollen. Zwei Gewohnheiten genügen: Bitte zufriedene Kundschaft aktiv um eine Bewertung – am einfachsten mit deinem Bewertungslink oder einem QR-Code auf der Rechnung. Und beantworte jede Bewertung, auch die schlechten, sachlich und lösungsorientiert. Niemals Bewertungen kaufen: Das riskiert die Sperrung des Profils und wirkt auf Leser ohnehin durchschaubar.
Schritt 6: Profil und Website verzahnen
Profil und Website stärken sich gegenseitig: Das Profil verlinkt auf die Website, die Website nennt dieselben Kontaktdaten und vertieft, was das Profil anteasert – Leistungen, Preise, Referenzen. Wer aus dem Karten-Kasten auf eine Seite klickt, die es nicht gibt oder die 2015 stehen geblieben ist, ist wieder weg. Eine Pageblitz-Website übernimmt Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Google-Bewertungen automatisch an die richtigen Stellen — mehr dazu im Artikel Bei Google gefunden werden.
Die drei häufigsten Fehler
- Einrichten und vergessen – veraltete Öffnungszeiten und unbeantwortete Fragen signalisieren Google und Kundschaft dasselbe: hier kümmert sich niemand.
- Doppelte Einträge – alte Adressen oder Duplikate verwirren das Ranking; über die Profilverwaltung zusammenführen lassen.
- Richtlinien-Tricks – Keywords im Namen, gekaufte Bewertungen, falsche Kategorien. Kurzfristig verlockend, langfristig der schnellste Weg zur Sperrung.